Warum die Edelmetallqualität selbst für „Anlagemünzen“ wichtig ist

Ein qualitativ höherer Erhaltungsgrad des Edelmetalls einer Münze bestimmt die limitierte Auflage in einer tatsächlichen Qualitätsklasse und dadurch auch ihren Marktwert bzw. den Aufschlag zum täglichen Goldpreis. Das betrifft sowohl numismatische als auch moderne neu geprägte Gold- und Silbermünzen. Wenn man eine Münze kauft, ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese eine durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Edelmetallqualität hat, in der Regel ziemlich hoch. Dies gilt unabhängig von der subjektiv vergebenen volatilen Qualitätseinstufung des Verkäufers und gar wenn eine Münze direkt von einer Prägestätte kommt und in der Originalverpackung vom Goldhändler dem Käufer ausgehändigt wird. Diesbezüglich ist es allgemein bekannt, dass jährlich massenhaft geprägten Anlagemünzen wie Sovereign, Britannia, Maple Leaf und Krugerrand kaum in hochwertiger Prägequalität herausgegeben werden, während Münzen wie Kangaroo, American Buffalo, Wiener Philharmoniker und China Panda meistens in höchster Edelmetallqualität erhältlich sind. Grund hierfür ist die oft unsaubere Druckform der Münze bei ihrer Prägung, dazu die chemikalische Reinigung und  wahrscheinlich unkoordinierte kalibrierte Sensorik der Druckmaschinen selbst, welche eine schnelle Verschiebung der gedruckten Münze von der Prägestelle verursacht. Dazu die ungeschickte Zusammenlegung der einzelnen Münzen in Münztuben a 10 oder 15 Stück noch bei der Prägestätte, sowie bei Britannia, Krugerrand und Maple Leaf Standard ist, verursacht der Münze oft Kratzern und sonstigen Beschädigungen. Last but not least, was Münzsammlern und Goldhändlern grundsätzlich nicht bewusst ist oder unterschätzt wird, ist der Verlust der Edelmetallqualität und dadurch des Münzenwertes, wenn diese angefasst und in der Hand gehalten wird. Das erklärt warum sehr bekannte moderne Goldmünzen wie Britannia, Sovereign, Krugerrand und Maple Leaf von marktunabhängigen weltweitführenden Münzbewerter bestenfalls mit einer mittleren Qualitätsklasse des Edelmetalls zertifiziert werden, d.h. diese Münzen sind in der Tat kaum wertvoller als das reine Goldgehalt.

Vor 30 Jahren wurden in den USA der „Professional Coin Grade Service“ (PCGS), sowie die „Numismatic Guaranty Corporation of America“ (NGC), beide von Goldhändlern unabhängige Gesellschaften, die auf standardisierte Qualitätskontrolle von Edelmetallmünzen spezialisiert sind. Mit bislang knapp 80 Millionen objektiv bewerteten und zertifizierten Münzen ist das Zertifikat von PCGS oder NGC das anerkannte Kriterium unter Sammlern, um Münzen mit Qualitätssiegel zu versehen. Die zertifizierte Münze wird in einen verschlossenen harten Kunststoffbehälter eingekapselt, um die Münze gegen jeglichen Qualitätsabbau des Edelmetalls zu schützen. Das Zertifikat von PCGS oder NGC macht aus einer normalen Münze nicht eine bessere Münze, aber sie schützt gegen Qualitätsverfall des Edelmetalls und Willkür bei der Begutachtung des Münzzustandes.

 

Aus den bis zu 30 Qualitätsklassen einer Gold- und Silbermünze konzentriert sich das selektierte Sortiment von Rosland grundsätzlich auf die drei höchsten Zertifizierungen der Kategorien PR (Polierte Platte) und MS (Stempelglanz). Münzen mit abgenutzten Merkmalen sind nicht Teil unseres Angebots. Die knappe Auflage von Gold- und Silbermünzen mit qualitativ hochwertigem Edelmetall ist dafür verantwortlich, dass diese mit höheren Kauf- und Verkaufspreisen gehandelt werden. Allgemein bekannte moderne Anlagemünzen, die jährlich als „Massenware“ herausgegeben werden, werden mit einem Aufgeld zum Goldpreis von 3% bis gar 10% verkauft, jedoch beim Ankauf ausschließlich zum Goldpreis zurückgekauft. Gold- und Silbermünzen in limitierter Auflage und gut erhaltener Edelmetallqualität dagegen haben eine eigene Preisdynamik und einen eigenen Sammlermarkt. Der Grund warum eine Gold- oder Silbermünze nach der Edelmetallqualität zertifiziert werden sollte, liegt auf der Hand: warum sollte ein Anleger einen deutlichen Mehrpreis für eine Münze zahlen, die massenhaft produziert wird und in der Regel schon als neu Gebrauchspuren hat, nur weil auf dieser Münze ein Blatt oder Tier oder Mensch portraitiert wird, wenn der realisierbare Wert dieser Münze beim Verkauf immer und nur der deutlich niedrigere Goldwert ist? Wenn der Goldwert und nicht die Münze selbst für die Entwicklung der „Anlage“ bestimmend ist, dann sollte der Anleger lieber die günstigeren Gold- oder Silberbarren kaufen, denn diese werden mit leichtem Aufgeld zum Edelmetallpreis verkauft: dadurch wird mit demselben Anlagebetrag mehr Gold als mit einer Münze gekauft. Wenn eine Münze, dann eine, die hochwertiger Edelmetallqualität weltweit knapp vorhanden ist, am besten wenn diese bereits von der Prägestätte in limitierter Auflage herausgegeben worden ist. Das ist der simple Grund warum die von PCGS oder NGC zertifizierten Gold- und Silbermünzen über ein entscheidendes physisches qualitatives Element verfügen, das von den vielen zig Millionen „normalen“ Krugerrand, Maple Leaf, Britannia etc. – mit sehr sehr wenigen Ausnahmen – außer reinem Goldwert nichts erbringen können.   

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