Das Goldgeschäft braucht Richtlinien

Bei einem Marktwert der physischen Goldanlagen in Deutschland von ca. 400 Milliarden Euro – so viel wie bei Fondsanlagen – sollten Bundesregierung und Bundesaufsichtbehörde für Finanzwesen das Goldgeschäft genauso wie einst das Aktiengeschäft mit Richtlinien aufwerten um Anleger zu schützen.

In Deutschland hält man Aktien, Immobilien und Gold (wie immer) für „überbewertet“ und man hat (wie immer) Angst „zu spät“ einzusteigen, so dass letztlich das vorhandene Vermögen (wie immer) massiv auf Girokonten zu Nullprozent oder auf Festgeldkonten bei 0,50% bis 2,00% Zinsen geparkt wird. Eine wirklich rentable Ergänzung zur eigenen Rente sieht aber anderes aus, wenn Aktien, Immobilien und Gold mit den Jahren (wie immer) teurer werden.

Ohne kostspielige Berater zu konsultieren, ermöglicht Gold eine individuelle, sorgenfreie Vermögensplanung für den eigenen Ruhestand sowie die Absicherung für künftig steigende Bildungskosten unserer Kinder. Möchte man mit 67 finanziell versorgt sein und Bildungskosten für Kinder in 10-20 Jahren problemlos übernehmen können? In diesem Fall ist es ratsam, sich nicht vor der Entwicklung der Immobilien-, Aktien- und Goldpreisen zu fürchten, sondern sich weitsichtig an den nächsten neuen Höchstkursen zu orientieren um letztlich dafür belohnt zu werden.

 

Gold kaufen ist einfach und bedarf keiner anspruchsvollen Kenntnisse. Und trotzdem wird die allgemeine Auswahl von bestimmten Goldmünzen stets von „Mythen“ beeinflusst, die bereits beim Ankauf meistens einen augenblicklichen Renditenverlust verursachen können.

Wer sich eine Goldmünze kauft, hofft darauf, dass sich das eingesetzte Kapital in Zukunft gewinnbringend vermehrt. Die Auswahl einer modernen neugeprägten Münze erfolgt grundsätzlich, aufgrund einer ganz persönlichen Vorliebe für eine bestimmte Münze oder der allgemeinen Wahrnehmung, dass diese weltweit bekannte Goldmünze eine besondere „Anlage“ ist. Leider beeinflusst dieses fest verankerte „Konsumverhalten“ viel zu oft und ganz erheblich den tatsächlichen Markt- und Mehrwert des eingesetzten Kapitals, wenn die ausgewählte Goldmünze genauso wie ein deutlich günstigerer Goldbarren derselben Gewichtklasse massenweise produziert wird und oft nicht mal eine durchschnittliche Edelmetallqualität aufweisen kann. Hinz kommt, dass Goldbarren und „Anlagemünzen“ von Banken und Goldhändler stets nur zum Goldpreis zurückgekauft werden. Warum also unnötig Geld mit üblichen Goldmünzen verschenken, wenn es nur beabsichtigt wird physisches Gold zu kaufen? Wer Gold aber – ergänzend zu anderen Spar- und Investitionsformen – als Sammelobjekt mit eigenen, möglichen und künftigen Mehrwert zum reinen Goldpreis erwerben möchte, sollte mehr auf die tatsächliche limitierte Auflage und hochwertige Edelmetallqualität von ausgewählten Münzen achten, was bei den sogenannten „Anlagemünzen“ ja letztendlich nicht der Fall ist.          

Goldmünzen sind nur wertbeständig, wenn diese von einer Zentralbank als offizielles Zahlungsmittel autorisiert und von vorausgewählten Prägestätten emittiert werden. Von etlichen Münzstätten auf Privatbasis geprägte Medaillen und Neuprägungen ohne von Zentralbanken autorisierten Nennwert sind nur deren tatsächlichen Goldinhalt wert. Wer Goldmünzen aus angeblich „massiven Gold“ 585/1000 kauft, sollte wissen, dass „massiv“ nur für 99,99% Feingold gilt und dass beim Verkauf dieser, für einen tatsächlichen Sammler uninteressante Münze, nur 58,50% des Münzengwichtes mal den täglichen Goldpreis als Schmelzwert realisieren kann.

Physisches Gold mit einem Gewicht von unter ¼ Unze (7,78 Gramm), sowie Goldtafeln aus winzigen kleinen Goldteilen und Goldmünzen aus 1/10 Unzen (3,11g) oder 1 Gramm bis gar Teilchen davon werden mit sündhaft teurem Aufgeld zum Goldpreis verkauft. Um das eigesetzte Kapital beim Verkauf wieder zu bekommen (man bekommt ohnehin nur den Schmelzwert wieder zurück), muss der Goldpreis so kräftig steigen, wie seit Dekaden nicht mehr. Die „Stiftung Warentest“ hatte deshalb Goldtafeln zu Recht als nicht empfehlenswert eingestuft.

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